Traditionelle österreichische Mehlspeisen


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11.08.2016 22:00
Sachertorte
© Suissgirl (Fotolia)
Bei Urlaub in Österreich denkt man natürlich zuerst an die majestätischen Alpen, an Ski-Fahren, Wandern, Mountainbiken oder Rafting Touren. Neben den idyllischen Tälern mit ihren bezaubernden Ortschaften oder den malerischen Bergbauernhöfen ziehen auch die beeindruckenden Städte immer mehr Touristen an. Wien, Salzburg oder Graz begeistern mit ihrem Charme und einer Mischung aus moderner Architektur und atemberaubend schönen Altstädten. Mehr noch ein Geheimtipp, aber immer beliebter, sind auch kulinarische Reisen in die Alpenrepublik. Die österreichische Küche verbindet Einflüsse aus vielen Regionen Europas. Die Vielfalt der einstigen Habsburgermonarchie klingt in den meist ungarischen, italienischen und böhmischen Einflüssen nach. Neben den deftigen Gerichten der ländlichen Gegenden stehen besonders die süßen Mehlspeisen für den Charme und die Raffinesse der österreichischen Küche.

Heute steht der Begriff Mehlspeise häufig für Nachspeisen im Allgemeinen. Dabei sind die süßen Gerichte Teil einer langen Tradition aus den Alpenländern. Wahrscheinlich hängt ihre Entstehung eng mit den Fastengeboten der Katholischen Kirche zusammen. Da den Gläubigen an vielen Tagen der Verzehr von Fleisch untersagt war, entwickelten sich regional zahlreiche fleischlose Alternativen wie die nahrhaften Süßspeisen. Die einzelnen Mehlspeisen sind somit nicht nur typisch für Österreich, sondern spiegeln auch die Traditionen ihrer jeweiligen Region wieder.

So wie die Stadt selbst, ist auch die Wiener Küche prägend für die Alpenrepublik. Inzwischen hat sich zwar herumgesprochen, dass die Wiener Küche nicht für ganz Österreich steht, aber die traditionellen Mehlspeisen aus der Hauptstadtregion sind nach wie vor weltberühmt.

Sachertorte (Wiener Küche)



Sachertorte ist wohl die bekannteste Torte der Welt. Die Schokoladentorte mit Marillenmarmelade und Schokoglasur wurde bereits 1832 von Franz Sacher für die Gäste des berühmten Fürsten von Metternich entwickelt. Der Sohn, Eduard Sacher, kreierte etwas später die Sachertorte nach heutigem Rezept, die inzwischen zu Wien gehört wie der Stephansdom oder der Prater.

Altwiener Apfelstrudel (Wiener Küche)



Der Altwiener Apfelstrudel ist ein typisches Gebäck zum Kaffee. Die mit Zitronenschalen und Rum marinierten Äpfel, die zusammen mit Rosinen und Pinienkernen im hauchdünnen Teig gebacken werden, verleihen dem Apfelstrudel seinen unverwechselbaren Geschmack.

Powidltascherl (Wiener Küche)



Ein typisches Beispiel für den böhmischen Einfluss auf die österreichische Küche sind die beliebten Powidltascherl. Die mit Pflaumenmus gefüllten Kartoffelteigtaschen sind ebenso beliebt in Wien wie in der tschechische Küche.

Malakofftorte (Wiener Küche)



Die Malakofftorte besteht aus mehreren Biskotten und einem in Rum getränkten Biskuitboden. Andere Rezepte empfehlen, den Rum unter den Obers der Creme zu mischen. Die Torte etablierte sich erst im 20. Jahrhundert in der Wiener Küche.

Punschtorte (Wiener Küche)



Mit der Punschtorte nach Wiener Art erhebt sich auf feinem Biskuitboden ein Traum aus Schokolade, Marillenmarmelade und feinem Rum-Aroma. Die Punschfüllung besteht aus Biskuit, der mit Orangen- und Zitronensaft, Rum und Marmelade vermengt wird.
Andere Regionen Österreichs

Nicht nur Wien hat seine Spezialitäten. Auch andere Regionen Österreichs tragen mit ihren typischen Mehlspeisen zur alpenländischen Mehlspeisenkultur bei.

Salzburger Nockerl



Salzburg, längst zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, ist berühmt für seine barocke Altstadt und für Mozart, seinen wohl bekanntesten Sohn. Als kulinarische Beigabe zu diesem Fest der Sinne gibt es die beliebten Salzburger Nockerl. Das süße Vanillegebäck erinnert mit seinen drei puderzuckerbedeckten Nockerl nicht zufällig an die drei schneebedeckten Salzburger Hausberge.

Kaiserschmarrn



Die wohl berühmteste österreichische Mehlspeise ist der Kaiserschmarrn. Von der aus zerrissenem Palatschinkenteig zubereiteten Spezialität gibt es zahlreiche Varianten. So wird der besondere Schmarrn häufig mit Rum, Rosinen, Mandeln oder ausschließlich mit Puderzucker verfeinert. Traditionell wird Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster serviert. Der Name geht auf den „ewigen Kaiser“ Franz Joseph I. zurück. Um die Entstehung des Gerichts ranken sich zahlreiche Legenden. So soll die berühmte Sisi das ihr gewidmete Gericht aus Sorge um ihre Figur abgelehnt haben, woraufhin der Kaiser dann ihre Portion gleich freudig mitaß.

Tiroler Prügeltorte



Mit der Tiroler Prügeltorte begibt man sich tief ins alpenländische Mittelalter. Die außergewöhnlichen Torten haben ihren Ursprung wahrscheinlich in den deutschen Klosterküchen des 15. Jahrhunderts. Die heutige Form ist ganz im Tiroler Brandenbergtal verwurzelt, wo das Rezept über Generationen weitergegeben wird.

Marillenknödel



Stark von der Küche Böhmens inspiriert sind die herrlichen Marillenknödel. Typisch für die österreichische Küche ist hier die Verbindung aus einem raffinierten Kartoffelteig mit dem schmackhaften Obst des Landes.

Marmorkuchen



Ein Klassiker unter den traditionellen Mehlspeisen ist der Marmorkuchen. Der Rührkuchen mit seiner typischen Kakao-Marmorierung gehört für viele Menschen zum sonntäglichen Kaffee einfach dazu. Die ersten gedruckten Backrezepte, mit denen der Marmorkuchen weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurde, stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Schaumrollen



Schaumrollen sind kleine Blätterteigrollen, die mit Schlagobers oder einer süßen Creme gefüllt werden. In vielen Regionen sind die süßen Köstlichkeiten auch als Schillerlocken bekannt. Der Name geht auf ein im 19. Jahrhundert weit verbreitetes Porträt des berühmten Dichters zurück, auf dem seine wilde Lockenpracht betont wird.

Mohnnudeln



Eine besondere Spezialität der österreichischen und böhmischen Küche sind die handgewuzelten Mohnnudeln. Hier werden Kartoffelteignudeln in Butter und Mohn geschwenkt und anschließend mit Staubzucker verfeinert.

Buchteln



Buchteln genießt man am besten frisch aus dem Ofen mit einer kalten Vanillesoße. Zahlreiche Varianten der Germknödel gibt es auch in der tschechischen, ungarischen, sächsischen und bayerischen Küche. In Österreich werden sie meist mit Powidl, Topfen oder Marillenmarmelade gefüllt. Wer schon mal eine Wanderung auf den Schneeberg gemacht hat, bzw. eine Fahrt mit der Zahnradbahn genossen hat, kennt sicher auch die Buchtel-Station (Haltestelle Baumgartner).

Kardinalschnitten



Ebenfalls mit Marillenmarmelade zubereitet, gehören die Kardinalschnitten zu den besonders zarten Mehlspeisen. Zarter Biskuitteig und eine cremige Schneemasse bilden die Grundlagen der raffinierten Spezialität.

Zwetschenfleck



Zwetschenfleck ist ein klassischer Pflaumenkuchen mit Germteig. Eine nette Abwechslung bietet die Verwendung von Marillen statt der Pflaumen.

Scheiterhaufen



Einst als Resteessen entstanden, ist der Scheiterhaufen längst eine traditionelle österreichische Mehlspeise. Die Teigmasse aus alten Semmeln wird oftmals mit Äpfeln, Zimt, Mandeln oder mit Rum marinierten Rosinen verfeinert. Eine Schneehaube aus Eiweiß und Kristallzucker bildet den krönenden Abschluss. Verschiedene Varianten der Köstlichkeit gibt es auch in der süddeutschen, tschechischen und slowakischen Küche.

Ribiselschnitten



Ribiselschnitten sind ein sauer-fruchtiges Erlebnis auf Rührteig mit süßer Schneehaube. Gerade in den ländlichen Alpengegenden gehört diese erfrischende Mehlspeise zu den typischen Höhepunkten eines traditionellen Essens.
Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Probieren Sie sich mit den Mehlspeisen doch einfach durch die Regionen Österreichs. Eine lange Tradition und zahlreiche kulinarische Freuden erwarten Sie.
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