Österreichische Kaffeespezialitäten


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12.08.2016 16:44
Kaffee
© JanBaby (Pixabay)
Österreichische Kaffeespezialitäten und Wiener Kaffeehauskultur sind eng miteinander verbunden: Zusammen genießen sie Weltruf. Nicht erst seit dem Jahr 2011, in dem die UNESCO die Tradition als immaterielles Kulturerbe unter Schutz gestellt hat, umweht Wien der Hauch als heimliche Kaffeehauptstadt Europas. Bis in das späte 17. Jahrhundert reicht die Geschichte der Kaffeehäuser zurück, deren Primus ein Armenier war. Seitdem sind österreichische Kaffeespezialitäten ein fester Begriff mit ganz eigener Note.

In Österreich einfach Mokka



Wo anderenorts das Wort Kaffee schlicht über die Lippen geht, erinnert das in Österreich übliche Wort Mokka an Meer, Sonne und braune Kaffeebohnen. Der Begriff stammt aus der jemenitischen Hafenstadt al-Muchã (Mokka) am Roten Meer, wo der Duft heißen Kaffees durch die engen Gassen strömt und die Sinne betört. Ganz traditionell ist Wiener Mokka ein schwarzer Espresso ohne Milch und Zucker, der aus heißem Wasser mit Kaffeepulver entsteht.

Kleiner Brauner: Mokka, mit selbst bestimmter Färbung



Beim Kleinen Braunen hat der Kaffeegenießer es selbst in der Hand. Zur einfachen Tasse Mokka erhält er ein winziges Porzellankännchen, das mit Milch oder leicht verdickter Milch gefüllt ist. In einer kleinen Schale wird äquivalent Obers serviert. Der Gast bestimmt das Mischungsverhältnis von Mokka, Milch oder Sahne selbst.

Großer Brauner: Was klein schmeckt, mundet auch in groß



Ein wenig mehr Obers oder Milch zusammen mit einem doppelten Mokka in großer Schale serviert, sind die Zutaten für einen Großen Braunen.

Einspänner: für Pferdefreunde genau der passende Kaffee



Wenn sich ein Mokka unter einer üppigen Haube von Schlagobers verbirgt, servieren die Österreicher einen Einspänner. Pate bei der Namensgebung waren die einspännigen Pferdefuhrwerke. Immer auf Achse manövrierten die Kutscher das Fuhrwerk einhändig und hatten so die zweite Hand für den Einspänner frei. Unter der dicken Sahneschicht blieb der Mokka so lange heiß, bis der Kutscher endlich in einer Pause den Einspänner genießen konnte. Obwohl in der Wiener Kaffeehauskultur der Einspänner mit Löffel angeboten wird, trinken Kenner den Mokka mit Obers wie die Kutscher, ohne umzurühren.

Häferlkaffee: nur in einer besonderen Tasse richtig gut



Das Häferl ist keine Tasse, aber dennoch so etwas Ähnliches. Eher eine Trinkschale mit Henkel auf einer Untertasse, die mit viel Milch und weniger Kaffee gefüllt ist. Es muss nicht unbedingt ein Mokka sein; auch ein Filterkaffee duftet aus dem Häferl richtig gut.

Melange: halb und halb aus Frankreich



Ganz wie bei den Franzosen, aber doch bei den Österreichern ein wenig gemütlicher, gehört der Melange zur Wiener Kaffeehauskultur. Es verbirgt sich dahinter eine Mischung aus (warmer) Milch und Mokka zu gleichen Teilen in einer großen Schale.

Wiener Melange: Kaffee ganz nach österreichischer Art



Seit 1830 wird der Melange nach Wiener Art serviert. Kaffee und Milch überzieht zusätzlich eine geschäumte Haube Milch. Den Wiener Melange gibt es traditionell im Glas.

Mokka: Espresso, aber weniger konzentriert als in Italien



Schlicht und einfach ist ein Mokka ein schwarzer Kaffee, der heute zumeist aus der Espressomaschine fließt.

Kapuziner: eine Hommage an den französischen Orden



Im Sinne der Wiener Kaffeehauskultur ist der Kapuziner ein kleiner Mokka mit einem Schuss oder wenigen Tropen Schlagobers. Sahne und Kaffee symbolisieren die Farben der Kapuzinerkutte; schwarzes oder braunes Gewand mit weißem Gürtel. In Wiener Kaffeehaustradition gibt es den Kapuziner auch als doppelten Mokka mit Schlagobers.

Mazagran: Soldatenkaffee aus Algerien



Während der Belagerung der Festung Mazagran in Algerien tranken die französischen Kolonialtruppen gegen Hitze einen Kaffee aus kaltem Wasser mit Sirup. Wasser verwendeten sie nur in Ermanglung von Schnaps und Milch. Als sie nach Paris zurückkehrten, verbreitet sich der „Café Mazagran“, der in einem Glas serviert wird. Als Mazagran bieten die Österreicher einen kalten gesüßten Kaffee mit Eisstücken, Weinbrand, Cognac oder Maraschino an.

Maria Theresia: Seine Majestät lässt bitten



Ganz fürstlich ist der Kaffee Maria Theresia ein Mokka mit einem Schuss französischem Orangenlikör. Ein Schuss sind 2 cl bis 20 ml. Verschiedene Rezepturen variieren den Kaffee. Als Maria Theresia gilt auch ein doppelter, leicht gesüßter Mokka mit Orangenlikör und Schlagobers. Wahlweise kann die Sahne mit Schokoladensplitter verfeinert werden. Im Winter sorgt ein Schuss Weinbrand für mehr innere Wärme. Geschmackvoll wird der Kaffee in einem Stielglas kredenzt.

Fiaker: ohne Kutscher kein Kaffee



Womöglich sind die Fiakerkutscher die Namensgeber des Kaffees. Schlichte Rezepte beschreiben den Fiaker als einfachen schwarzen Kaffee. Nach österreichischer Kaffeehaustradition besteht ein Fiaker aus einem großen (doppelten) Mokka mit viel Zucker. Dazu kommt in Wien ein Stamperl (2 cl) Rum. Andernorts kann der Fiaker auch einen Schuss Pflaumenschnaps (Sliwowitz) oder Kirschwasser enthalten. Serviert wird mit oder ohne Schlagobers. Wahlweise ziert die Sahne noch eine Kirsche.

Großer Schwarzer: Kaffee ohne Extras



Der Große Schwarze ist ein doppelter Mokka, der in großer Schale serviert wird.

Kleiner Schwarzer: kleiner Bruder des Großen Schwarzen



Was groß schmeckt, mundet auch in klein. Der Kleine Schwarze ist ein einfacher oder kleiner Mokka in passender Schale.

Verlängerter: nicht ganz so stark, aber typisch österreichische Spezialität



Wer Kaffee weniger konzentriert liebt, bestellt einen Verlängerten. Der Kaffee ist ein Kleiner Schwarzer, den die gleiche Menge heißes Wasser verlängert.

Kaffeehaus Wien
Kaffeehaus Demel © Blickfang (Fotolia)

Die österreichischen Kaffeehausklassiker wären keine Spezialitäten, wenn nicht jedes Café seine ganz eigenen Variationen hätte. Eine passende Kaffeemaschine finden Sie übrigens bestimmt bei uns auf gastroanzeigen.at.
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