Lehrberufe in der Gastronomie und Hotellerie


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11.08.2016 22:10
Gastronomie Lehrberufe
© auremar (Fotolia)
Wer eine Tätigkeit beruflich ausüben möchte, sollte wissen, welche Feinheiten in der jeweiligen Aufgabe stecken. Immerhin bezahlt eine Kunde oder ein Gast für einen Service oder ein Produkt und kann erwarten, dass die erbrachten Leistungen den Anforderungen entsprechen. Dafür erhält der oder diejenige, die die Leistung erbrachte, ein Entgelt. In der Gastronomie und im Hotelwesen verhält sich dies genauso wie in anderen Branchen. Dabei sind die Ansprüche des Kunden in den letzten Jahrzehnten enorm gestiegen. Aber nicht nur das, gleichzeitig mit einem gestiegenen Service-Anspruch stehen die Fachleute der Hotellerie und Gastronomie in der Verantwortung, verschiedene gesetzliche Auflagen zu erfüllen. Dieses breit angelegte Spektrum lässt sich schon lange nicht mehr in wenigen Wochen oder Monaten erlernen. Es sind Lehrberufe, die eine mehrjährige Ausbildung umfassen.

Dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, gilt in gewisser Weise auch heute noch, doch für den angehenden Fachmann oder die angehende Fachfrau macht sich die Zeit der Ausbildung bezahlt. Nicht nur in barer Münze, sondern ebenso in größeren Karrierechancen. Gleichzeitig stellt die Lehre die Basis für die Weiterbildung dar und letztlich auch das Handwerkszeug für den persönlichen Erfolg. Welche Inhalte die verschiedenen Lehren in Gastronomie und Hotellerie umfassen, zeigen die nachfolgenden Beschreibungen der 5 wohl wichtigsten Berufe dieser Branche:

Restaurantfachmann/-frau



Der Restaurantfachmann/-frau steht in direktem Kontakt zum Gast. Er oder sie ist der Ansprechpartner für den Kunden in der Gastronomie und stellt damit ein wichtiges Bindeglied innerhalb eines Restaurants dar. Die Gäste vertrauen dem Ratschlag bezüglich der Menüauswahl wie auch bei den Getränken. Dazu gehört ebenso das Auftragen und Vorbereiten der bestellten Speisen am Tisch der Gäste. So etwa das Flambieren oder Filetieren. Sein oder ihr Fachwissen ist aber genauso bei der Organisation von Festivitäten verschiedenster Art gefragt. Der Restaurantfachmann/-frau ist gleichzeitig Organisator, Berater und Vermittler zwischen Gast und Küche.

Die Ausbildungszeit beträgt für den Restaurantfachmann/-frau drei Jahre. Diese Lehre kann aber auch mit der Ausbildung zum Koch oder Köchin verbunden werden. Die Lehrzeit beträgt dann 4 Jahre. Beendet wird die Ausbildung mit einer Lehrabschlussprüfung.

Gute Voraussetzungen für diesen Beruf sind folgende Eigenschaften:
  • Freundlich
  • Flexibel
  • Geschickt
  • Belastbar
  • Angenehmes Erscheinungsbild
  • Gute Ausdrucksfähigkeit
  • Liebe zu Fremdsprachen
Vor allem die gehobene Gastronomie sucht gelernte Restaurantfachleute, die sich durch Spezialisierung und Weiterbildung in verschiedene Aufgabengebiete einarbeiten. Dazu gehören beispielsweise der Sommelier, Chef de Rang, Maître d'Hotel, Restaurantleiter oder Hotelmanager.

Koch/Köchin



Ein Spiegelei „richtig“ zu braten, erfordert schon erweiterte Kenntnisse in der Kochkunst. Der Koch oder die Köchin muss jedoch weit mehr können. Dieser Beruf ist von Kreativität genauso geprägt wie von Zuverlässigkeit. Rezepturen müssen eingehalten werden, ob es nun 1 oder 50 Gäste sind. Gleichzeitig ist es die Aufgabe des Kochs, mit neuen Kreationen und Ideen die Aufmerksamkeit der Gäste auf das Restaurant zu ziehen. In einem Speiserestaurant entscheidet der Koch zu einem großen Teil über den Erfolg der jeweiligen Gastronomie. Der oder die Köchin arrangiert aber auch das Buffet oder ein Bankett. Genauso unterliegt ihm oder ihr die Organisation der Küche, vom Einkauf und der Kalkulation der Lebensmittel bis zur Mitarbeiterführung.

Die Lehrzeit beträgt 3 Jahre. In Kombination mit der Ausbildung zum Restaurantfachmann/-frau 4 Jahre. Die Lehre wird mit der Lehrabschlussprüfung beendet.

Folgende Voraussetzungen sollte ein angehender Koch mitbringen:
  • Guter Geschmacks- und Geruchssinn
  • Organisationstalent
  • Teamfähigkeit
  • Kreativität
  • Flexibilität
  • Belastbarkeit
  • Bewusstsein für Hygiene
Als Koch bestehen Möglichkeiten, sich zu spezialisieren, etwa zum Souschef oder allgemein zum Küchenchef. Auch das eigene Restaurant ist möglich und vielleicht sogar die Karriere als Sterne-Koch.

Gastronomiefachmann/-frau



Die bereits erwähnte Möglichkeit, die Lehrberufe Koch und Restaurantfachmann in einer vierjährigen Ausbildung gleichzeitig zu absolvieren, sind nun in der neuen Bezeichnung Gastronomiefachmann/-frau gebündelt. Der Auszubildende zum Gastronomiefachmann lernt die Küche genauso wie den Servicebereich kennen.

Die Ausbildungsdauer beträgt 4 Jahre mit Lehrabschlussprüfung. Dieser Beruf ersetzt die bisherige Doppellehre Restaurantfachmann und Koch.

Gute Voraussetzungen für diesen Beruf sind:
  • Kreativität
  • Flexibilität
  • Organisationstalent
  • Geschmackssinn
  • Gute Ausdrucksfähigkeit
  • Angenehmes Äußeres
  • Freundlichkeit
  • Liebe zu Fremdsprachen
Gastronomiefachleute sind gefragte Allrounder mit einem breiten Wissensspektrum. Für sie stehen sowohl in der gehobenen Gastronomie und Hotellerie Österreichs wie auch der ganzen Welt viele Türen offen.

Systemgastronomiefachmann/-frau



Systemgastronomie steht für Restaurantketten, die unabhängig vom Standort ein durchgehend gleiches Angebot führen, sowohl bei Speisen und Getränken wie auch in Service und Ausstattung. Dazu werden vorgefertigte oder teilgefertigte Speisen aus Produktionsbetrieben bezogen. Das verkürzt den Zeitraum von der Bestellung bis zur Bereitstellung erheblich. Der Systemgastronomiefachmann/-frau ist mit den verschiedenen Aufgabenstellungen in einem Filialrestaurant vertraut und vielseitig einsetzbar.

Die Ausbildung mit Lehrabschlussprüfung dauert 3 Jahre.

Die besten Voraussetzungen für diesen Beruf sind:
  • Organisationstalent
  • Teamfähigkeit
  • Hygienebewusstsein
  • Freundlichkeit
  • Gutes Ausdrucksvermögen
  • Servicebereitschaft
Das berufliche Umfeld des Systemgastronomiefachmann/-frau erlaubt bei entsprechender Eignung den Aufstieg in eine Führungsposition, wobei mittels interner Weiterbildungsmöglichkeiten auch Managementaufgaben erfüllt werden können.

Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in



„Ein Concierge zum Verlieben“ war ein Film aus dem Jahr 1983 mit Michael J. Fox in der Titelrolle. Abgesehen von Übertreibungen aus dramaturgischen Gründen entspricht der Concierge im Berufsbild dem Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in. Er oder Sie ist im Hotel der Mann beziehungsweise die Frau an der Front. Zuständig für das Einchecken der Gäste genauso wie Ansprechpartner bei Problemen und Auskünften. Gleichzeitig ist der Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in dafür zuständig, das die einzelnen Bereiche eines Hotels nahtlos miteinander funktionieren. Dazu können sowohl Führungsaufgaben gehören als auch Kreativität bei werblichen Maßnahmen.

Die mit einer Lehrabschlussprüfung endende Ausbildung zum Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in dauert 3 Jahre.

Gute Voraussetzungen zum Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in bringt mit, wer über folgende Eigenschaften verfügt:
  • Kontaktfreudigkeit
  • Organisationstalent
  • Freundlichkeit
  • Kaufmännisches Verständnis
  • Flexibilität
  • Liebe zu Fremdsprachen
  • Exaktheit
Das hauptsächliche Umfeld zur beruflichen Betätigung findet der Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in vorzugsweise in Hotels, aber auch Ferienheimen, Ferienzentren oder der Kreuzschifffahrtbranche. Die Aufgabenstellungen können unterschiedlich sein und müssen nicht unbedingt mit der Rezeption zusammenhängen.

Der Karriereweg eines Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in kann vom Rezeptionisten über den Organisator interner Veranstaltungen wie Tagungen bis zum Hotelmanager großer Häuser in Österreich oder anderen Ländern gehen.
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