Infos zur Genehmigung eines Schanigartens in Wien


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11.08.2016 22:24
Schanigarten Genehmigung Wien
© Olaf Wandruschka (Fotolia)
Die berühmten Wiener Kaffeehäuser genießen als Stätten der Gastlichkeit Weltruf. In der warmen Jahreszeit werden sie aufs Schönste ergänzt durch das Sommerkaffeehaus, den Schanigarten. Nicht nur Einheimische lieben und schätzen diese charmante Institution, auch unter den Besuchern der Stadt hat sich diese besondere Facette der wienerischen Gastlichkeit herumgesprochen.

Die Anfänge dieser liebenswerten Tradition liegen bereits im 18. Jahrhundert. Damals erhielt der Gastwirt Gianni Tarroni als Erster eine Genehmigung zum Ausschank auf öffentlichem Grund und Boden. Vielleicht ist unter Verwendung seines Vornamens Gianni die Bezeichnung „Gianni“-Garten oder eben Schani-Garten entstanden.

Das Ansuchen um Genehmigung ist beim Bezirksamt einzureichen



Auch Gianni Tarroni benötigte vor über 200 Jahren eine städtische Genehmigung, denn die beliebten Erweiterungen der Kaffeehäuser befinden sich auf öffentlichem Grund – meistens direkt vor dem Gaststättenbetrieb auf dem Bürgersteig. Heute ist für die Genehmigung der wienerischen Gastgärten das dem Bezirk zugeordnete Magistratische Bezirksamt und daselbst das Betriebsanlagenzentrum zuständig. Je nach örtlichen Gegebenheiten kann das Amt eine Gebrauchserlaubnis maximal für den Zeitraum vom 1. März bis zum 30. November aussprechen. Ein neu zu errichtender Saisongarten muss bestimmte Bedingungen erfüllen. So ist die Anzahl der Plätze auf 75 begrenzt. Er darf frühestens um 8 Uhr öffnen und muss spätestens um 23 Uhr schließen – in einigen Bezirken erst um 24 Uhr. Hinweistafeln, die lautes Sprechen und Musizieren untersagen, sind ebenso notwendig wie die Lärmbeurteilung von Seiten der Behörde.

Rechtliche Voraussetzungen für die Genehmigung



Voraussetzung für die Genehmigung eines Schanigartens ist das Vorhandenseiner einer aufrechten Gewerbeberechtigung. Erst nach erfolgter Bewilligung durch das Amt darf mit der Aufstellung begonnen werden. Bereits nach der Beendigung der Saison kann dann um eine erneute Bewilligung für das kommende Jahr nachgesucht werden.

Die Stadt Wien stellt auf seiner Internetseite Antragsmuster zum Download (Quelle: wien.gv.at) zur Verfügung. Die zuständige Behörde erhebt Kommisionsgebühren sowie Gebühren für die Beantragung und Bewilligung. Solche können in der Buchhaltungsabteilung erfragt werden.

Folgende Unterlagen werden benötigt:
  • Name und Anschrift der Eigentümerinnen und Eigentümer der Liegenschaften auf denen sich der Gastgewerbebetrieb befindet und auf denen der Schanigarten errichtet werden soll
  • Planskizze in doppelter Ausführung
  • Foto der Hausfassade und des öffentlichen Raumes in der Umgebung
  • Prospekte und Abbildungen der geplanten Gastronomieeinrichtung, Sonnenschirme, Beleuchtungskörper oder Begrenzungszäune (jeweils zweifach Ausführung)

Gestalterische und verkehrstechnische Begutachtung im Rahmen des Bewilligungsverfahrens



Die Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung begutachtet Lage, Größe und Gestaltung der Einrichtung sowie die Integration in das städtische Ensemble. Die Abteilung Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten ist für die Beurteilung der Auswirkungen auf den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit zuständig. Erst wenn beide Abteilungen ihre Stellungnahmen abgegeben haben, kann die Bewilligung erfolgen.

Wenn ein genehmigter Schanigarten im kommenden Jahr fortgeführt werden soll und dabei an der Gestaltung und den Betriebszeiten nichts geändert wird, reicht ein einfacher Antrag an das Betriebsanlagenzentrum des Bezirksamtes aus. Dieser kann bereits zum Ende der laufenden Saison gestellt werden. Für diesen Antrag müssen nicht mehr alle Unterlagen eingereicht werden. Sind Änderungen vorgesehen, muss jedoch erneut um Genehmigung angesucht werden.

Der Schanigarten im städtischen Ensemble – Vorgaben für die Gestaltung



Die Stadt Wien legt Wert auf eine ansprechende qualitätsvolle Freiraumgestaltung, die sich harmonisch ins Stadtbild einfügt. Nur eine hochwertig anmutende Möblierung hat Aussicht auf Genehmigung. Wenn dann die Anordnung der Möbel sowie der anderen Einrichtungs- und Begrenzungsobjekte ein ästhetisches Ensemble ergibt, das im besten Falle Gestaltungselemente aus der Nachbarschaft mit einbezieht, sind alle Voraussetzungen für einen positiven Bescheid gegeben.

Das sind die Vorgaben: (Schanigarten Begutachtung, Quelle: wien.gv.at)
  • Qualitätsvolle und einheitliche Möblierung
  • Gewährleistung von Sicherheit und Barrierefreiheit
  • Transparente und leichte Konstruktion der Begrenzungselemente
  • Die Bepflanzung soll mit Gräsern oder kleinblättrigen Pflanzen (Liguster, Buchsbaum, Hainbuche, Oleander usw.) erfolgen
  • Schirme in dezenter Farbgebung, ohne Fremdwerbung
  • nur Aufstellung in der Saison, keine Winterbelassung
Das Hinzuziehen eines Architekten ist ausdrücklich nicht gefordert. Der Magistrat der Stadt Wien hat in einer kompakten Broschüre viele Tipps und Vorgaben zusammengefasst sowie anschaulich erläutert.

Download hier (Quelle: wien.gv.at).

Der goldene Schani



Liebevoll gestaltete Blumenkübel, stimmungsvolle Beleuchtung, ausgewähltes gemütliches Mobiliar und durchdachte Raumkonzepte, Schanigärten sind idyllische Oasen, urige Treffpunkte, schicke Event-Locations, nachbarliche Begegnungsstätten, exotische Schänken, klassische Gartenlokale und magische Orte oder romantische Lauben – Wiener Gastronomen lassen sich einiges einfallen für ihre Gäste. Diesen besonderen Einsatz fördert die Wirtschaftskammer Wien mit dem Wettbewerb „Goldener Schani“. Alljährlich kürt eine hochkarätig besetzte Jury die Sieger in den drei Kategorien „Klassischer Schanigarten“, „Im Grünen“ und „Versteckte Juwele“.
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