Das Wichtigste zur Registrierkassenpflicht in Österreich


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11.08.2016 22:38
Registrierkassenpflicht Österreich
© BillionPhotos.com (Fotolia)
Seit dem 1. Jänner 2016 gilt in Österreich für viele Unternehmen die Verpflichtung, Barumsätze einzeln mithilfe eines elektronischen Aufzeichnungssystems zu erfassen. Kurz gesagt, die Registrierkassenpflicht wurde eingeführt. Betroffen sind solche Betriebe, deren
  • Jahresumsatz 15.000 € überschreitet
  • Barumsätze 7.500 € im Jahr überschreiten
Das betrifft viele Unternehmen der Gastronomie-Branche. Bis zum 30.06.2016 wurden Betriebe, die über keine dementsprechende Kassa verfügten, meist noch verwarnt. Seither gelten die vorgesehenen Strafen. So muss eine Gaststätte ohne ein Registrierkassensystem mit einer Strafe von bis zu 5.000 € rechnen. Wer sein Kassensystem manipuliert, riskiert Geldstrafen von bis zu 25.000 €. Ausgenommen sind lediglich Unternehmer, die noch innerhalb des Jahres 2016 ihren Betrieb einstellen wollen. Überprüft wird die Umsetzung der Registrierkassenpflicht von der Finanzpolizei oder einem Betriebsprüfer im Rahmen einer üblichen Prüfung.

Wer ist im Einzelnen betroffen?



Grundsätzlich sind alle Betriebe von der Pflicht betroffen, die oben genannte Umsätze überschreiten. Auch ausländische Unternehmen, die einen Betrieb in Österreich eröffnen, fallen unter das Gesetz. Als Betrieb zählen alle auf Gewinn ausgerichtete Zusammenfassungen menschlicher Arbeitskraft mit den entsprechenden Produktionsmitteln. Dabei spielt es für die Registrierkassenpflicht keine Rolle, ob ein Betrieb mehrere Zweige oder unterschiedliche Standorte hat. Wichtig ist die eigene Buchhaltung, die einen abgegrenzten Betrieb auszeichnet.

Unter den Begriff Barumsätze fallen alle Umsätze, die mittels Bargeld, Kredit- oder Bankkarte und ähnlichen Zahlungsmitteln erfolgen. Bezahlung per Mobiltelefon, Barscheck oder mittels Anbietern wie Paypal und Quick zählen hierzu, während selbst elektronische Banküberweisungen nicht unter Barzahlungen zu verbuchen sind. Auch Gutscheine und Bons gelten ab dem Zeitpunkt ihrer Einlösung als Barumsatz. Die Ausgabe von Bons zählt dagegen nicht dazu, da hier noch kein Gewinn erfolgt. Trinkgelder fallen nur unter die Regelung, wenn sie dem Betrieb selbst zugutekommen. Die üblichen Trinkgelder für Angestellte zählen dagegen nicht zum Jahresumsatz.

Sonderregelungen bei der Registrierkassenpflicht gelten für besondere Unternehmergruppen oder Umsatzarten.

Zu den Ausnahmen, bei denen die Pflicht erst bei einem Jahresumsatz von über 30.000 € gilt, gehören:
  • Alm-, Berg- und Schutzhütten
  • Umsätze, die im Freien erfolgen und nicht in Verbindung mit Räumlichkeiten stehen
  • Kantinen von gemeinnützigen Vereinen, die weniger als 52 Tage im Jahr geöffnet haben
  • Geschäftsbetriebe von abgabenrechtlich begünstigten Körperschaften
  • Buschenschanken, die weniger als 14 Tage im Jahr geöffnet haben
  • Bei Veranstaltungen von gemeinnützigen Vereinen, die weniger als 72 Stunden im Jahr andauern, bei denen die Mitglieder des Vereins hauptsächlich tätig sind und eventuelle Musikdarbietungen mit weniger als 1.000 € pro Stunde verrechnet werden, entfällt die Registrierkassenplicht.

Die neuen Kassensysteme in der Gastronomie



Erfüllt Ihr Betrieb die oben genannten Voraussetzungen, sollten Sie spätestens jetzt ein Registrierkassensystem einführen, bevor Ihnen unangenehme Bußbescheide ins Haus flattern. Unter Registrierkassen versteht man Datenerfassungsgeräte zur Abrechnung von Bargeldumsätzen. Dazu werden verschiedene technische Ausführungen angeboten. Offene Systeme sind meist PC-basiert und bestehen aus einer Hardware und einer Kassensoftware. Zur Hardware-Ausstattung zählen meist Bondrucker, Kassenschubladen, Tastaturen oder Barcodescanner. Der Vorteil der offenen Varianten ist ihre Flexibilität und Nachrüstbarkeit. Sogenannte Geschlossene Systeme bestehen aus speziell aufeinander abgestimmter Hard- und Software. Hier ist die Gefahr von System-Störungen meist geringer.

In der Gastronomie haben sich Modelle mit tragbaren Touchscreen Kassen Terminals oder auch Kassen mit Bondrucker bewährt. Die handlichen Geräte dienen nicht nur zum Erfassen der Umsätze, sondern halten zudem Bestellsysteme bereit. Mit ihnen können die Bestellungen direkt vom Tisch an Geräte in der Küche oder hinter dem Tresen gesendet werden. Speziell auf die Gastronomie zugeschnittene Software-Programme erleichtern anschließend die Abrechnung und den Tagesabschluss. Was die Arbeit somit erleichtert, ist dennoch nicht schwer zu erlernen. So werden selbst kurzfristig eingesetzte Aushilfen dank der neuen Systeme relativ schnell zum reibungslosen Ablauf beitragen.

Eine Umstellung auf ein Registrierkassensystem kann je nach Betrieb mehrere hundert bis um die 1.000 € kosten. Wer sein System noch vor dem 01. Jänner 2017 umstellt, kann bei seiner Steuererklärung eine Prämie von bis zu 200 € für die Umrüstung beantragen. Dabei liegt die Grenze bei 30 € pro Erfassungseinheit.

Somit bietet das neue Gesetz keineswegs nur Nachteile und zusätzliche Kontrolle. Die neuen Kassensysteme bieten durchaus Vorteile und können, richtig eingesetzt, die Arbeit in Ihrem Gastronomie-Betrieb erheblich erleichtern. Hier auf www.gastroanzeigen.at finden Sie zahlreiche gebrauchte und neue Registrierkassen zu fairen Preisen. Stöbern Sie einfach regelmäßig in unserem Angebot und entdecken Sie das passende System für Ihren Betrieb.
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